Berufsbildung wie sie Schüler:innen fordern

Berufsbildung wie sie Schüler:innen fordern

Zur Bundesschülerkonferenz in Erfurt kamen Schülervertreter:innen aus fast allen Bundesländern zusammen, um über aktuelle Probleme, wie zum Beispiel die pandemiebedingte Situation in den Schulen, Anforderungen von künftigen ArbeitgeberInnen an die SchülerInnen oder die Digitalisierung an Schulen zu sprechen.

An der Podiumsdiskussion zum Thema “Individuelle Förderung als schulische Herausforderung – Jeder Schüler hat einzigartige Fähigkeiten. Wie findet er den passenden Job?” waren verschiedene VertreterInnen aus Praxis und Politik eingeladen, so auch Monica Klein, Vorständin der Weekendschool Deutschland.

Zwischen rund 20.000 Studiengängen und über 550 Ausbildungen müssen sich Schüler:innen heutzutage entscheiden – keine leichte Aufgabe. Sie beklagten, dass sie mehr Beratungsangebote benötigen und mehr Berufspraxis im Schulalltag. Ein paar Praktika-Tage reichen in der Regel nicht, um sich richtig zu orientieren oder die eigenen Stärken zu herauszufinden. Die anwesenden Politiker:innen waren engagiert und im Wissen darüber, dass sich vieles ändern muss, wie zum Beispiel eine stärkere Projektarbeit in Schulen, mehr Verzahnung zwischen Wirtschaft und außerschulischen Maßnahmen oder differenziertere Lehreraus- und -fortbildungen.

Wie gut, dass die Weekendschool vieler dieser Forderungen heute schon umsetzt.

WISSEN, WAS GEHT: Berufe in der Verkehrsplanung

WISSEN, WAS GEHT: Berufe in der Verkehrsplanung

Wie kann der Schulweg sicherer, bedarfsgerechter und ansprechender gestaltet werden?

Drei Experten der LSBG, Frank Fiedler, Norbert Jamitzky und Roland Jansen gewährten einen praktischen Einblick in ihre Berufe in der Verkehrsplanung, von denen sie selbst sehr begeistert sind.

“Jeder von uns hat seine Stärken und gemeinsam können wir eine Lösung finden.”
“Das Schönste ist, du machst etwas für andere und dann verbessert sich etwas für die Gemeinschaft.”

Nach dem Kennenlernen und Ausfragen der Experten waren die Kids selbst dran, sich die Verkehrsplanung in der Umgebung der Schule kritisch zu betrachten. Dabei hatten sie einen Verbesserungsvorschlag nach dem anderen:

“Es müsste einen Zebrastreifen an der Schule geben. Für kleine Kinder wäre das gut.”
“Da bräuchte man mehr Beleuchtung und mehr Mülleimer.”
“Und es fehlt eine Fahrradampel.”
Tolle Ideen! Das finden auch die Experten. “Wir sollten euch noch viel mehr in die Planung mit einbeziehen. Wir nehmen eure Anregungen auf jeden Fall mit.”

WISSEN, WAS GEHT: Berufe im Bereich Bau

WISSEN, WAS GEHT: Berufe im Bereich Bau

Tiefbau, Hochbau, Maler, Elektriker, Architekt. Und noch viel mehr Berufe rund um den Bau gibt es. „Was hat Dir in deinem eben am meisten Spaß gemacht? „Stadtplanerin, das was ich jetzt mache“ antwortete Expertin Maren Derneden. „Stadtplaner*innen überlegen was eine Stadt braucht um lebenswert zu sein. Das es für alle gleich schön ist, auch für die Natur und die Tiere.“

Wie würde wohl das Traum-Jugendzentrums für die Weekendschool-Kids aussehen? Was braucht es, damit sich Jugendliche wohlfühlen? Diese spannende Aufgabe lösten die Kids zusammen mit Frau Derneden. Schnell war klar, wie sie vorgehen möchten:

  • Ideensammlung auf einem flipchart
  • Auswahl der Ideen, die im Modell später dargestellt werden sollen
  • Aufteilung in Kleingruppen, um das Model zusammen zu bauen.

Nach der aktiven Mittagspause ging es dann zum Bauen. “Oh je, da müssen wir uns ja einig werden… Na das wird spannend.” Aber die Skepsis verflog schnell. Sehr viel Material gab es zur Auswahl, so dass jede Kleingruppe sein eigenes Model bauen konnte.

„Wir hatten zwischendurch Streit und mussten uns erst einigen.“ „Das ist zu viert gar nicht so einfach.“ Immer begleitet von vielen intensiven  Abstimmungsdiskussion – ganz wie bei den Großen im Büro.

Nach dem gemeinsamen Bauen ging es ans Präsentieren. Auch das ist die Weekendschool – sich trauen vor der Gruppe zu sprechen und seine Ideen vorstellen:

  • „Das ist unser Diskoraum, ich habe die Diskokugel selber gemacht.“ „Und hier haben wir den Grill und das bin ich.“
  • „Das ist ein Tresor und hier sind lila Scheine drinnen, ihr wisst welche das sind oder?“
  • „Wir brauchen in dem Modell einen Fußballplatz für mich.“
  • „Das ist das Coolste was wir bisher gemacht haben in der Weekendschool oder?“ „Ja, stimmt und das mit dem Lego!“

„Kannst Du bitte nochmal wiederkommen.“ Welch ein tolles Kompliment für unser Vorbild.

 

WISSEN, WAS GEHT: Journalismus

WISSEN, WAS GEHT: Journalismus

,,Hast du schon berühmte Leute getroffen?”,,Hast du schonmal Youtuber oder TikToker interviewt?”
,,Hast du schonmal über Sucuk Döner in Berlin berichtet?” Wie immer, gab es viele Fragen an unsere Expertin Gesche Peters.

Die Weekendschool-Kids lernten den Beruf einer Journalistin kennen. Gemeinsam lernten die Kids gute Fragen zu stellen, zuzuhören, aufmerksam und neugierig zu sein!

Gestartet hat die Gruppe mit einer kleinen Übung zum Aufmerksam sein und Fragen stellen: Welche Fragen funktionieren besser als andere? Wie stellt man die richtigen Fragen? In Partnerinterviews konnten die Kids sich gegenseitig befragen und ihr Können testen.

In der praktischen Umsetzung lernt man am meisten.

In kleinen Gruppen sprachen sie Menschen vor einem Supermarkt an und interviewten sie! Eine kleine Herausforderung, die die Kids aber mit Bravour meisterten. Wir sind sehr stolz auf Euch!

,,Ich fand es gut, dass wir Leute interviewen durften und viele Fragen stellen konnten!”
,,Ich fand gut, dass wir fremde Leute interviewt haben und nicht nur in der Schule waren.”
,,Ich möchte nächstes Mal wieder Gruppen machen. Auch mit anderen!”
,,Ich fand gut, dass wir verschiedene Gruppen hatten und verschiedene Lehrer* hier waren.”

*Teambegleiter, Experte, Friends

WISSEN, WAS GEHT: Politik als Beruf

WISSEN, WAS GEHT: Politik als Beruf

Ian Karan ist ein bemerkenswertes Vorbild für die Weekendschool-Kids: ehemaliger Wirtschaftssenator und erfolgreicher Unternehmer. Ian Karan ist als Waisenkind von Sri Lanka über London nach Hamburg gekommen und hat sich mit viel Engagement und Fleiß aus eigener Kraft hochgearbeitet! Heute kann er sagen: “Ich habe es geschafft.”

Deshalb hatten die Kids auch viele Fragen an ihn:

,,Was haben Sie sich erhofft, als Sie mit dem Arbeiten angefangen haben?”
,,Hätten Sie jemals damit gerechnet, so viel Geld zu verdienen?”
,,Wie war Ihre Reaktion, als Sie erfahren haben, dass Sie Millionär geworden sind?”
,,Sind Sie sehr berühmt?”

Gemeinsam lernten die Kids die Bedeutung von demokratischen Mitbestimmungsmöglichkeiten im Rahmen der Bundestagswahl und erkundeten, welche Partei sich zur Wahl aufgestellt hatten. Außerdem nahmen sie an der Juniorwahl teil. Die Weekendschool-Kids fühlten sich jedoch in der Wahlwerbung weder von den Politikern angesprochen, noch sind sie der Meinung, dass sich die Parteien wirklich für Kinder einsetzen! Deshalb erhielten sie die Gelegenheit, ihre eigene Partei zu gründen. In der Gruppenarbeit ging es sehr kontrovers zu, aber am Ende hat jede Gruppe ihr Wahlprogramm geschrieben und vorgestellt!

,,Ich fand das Wählen toll!”
,,Mir hat es gefallen, zu sehen, dass man alles erreichen kann, egal woher man kommt.”

,,Wenn man Kindern eine Chance gibt, sich Gedanken zu machen und ihnen die Möglichkeit gibt, kreativ zu sein, dann kann Wunderbares entstehen. Ich bin beeindruckt vom Potenzial der Kinder in der Weekendschool!” – Ian Karan